Niels' Alpencross

Zunächst einmal vielen Dank an René hochtourig Rademakers,
der im Vorfeld des Alpencross wirklich viel Zeit und Arbeit in die Vorbereitung zu unserem Alpencross investiert hat. „René, es war ein Erlebnis, vielen Dank.“

Bei Säugetieren gilt in der Regel, dass die Herzschlagfrequenz umso kleiner ist,  je größer ein Tier ist. Nicht so bei René. René ist ein Tier, kein großes, dafür schlägt sein Herz am rechten Fleck und umso höher – besonders beim Alpencross. Er erträgt die höhere Herzfrequenz trotz seines Herzfehlers länger als normal sterbliche. Die Gesamtzahl der Herzschläge im gesamten Leben eines Säugetieres beträgt rund eine Milliarde. Der Mensch ist dabei eine Ausnahme: er bringt es maximal auf fast vier Milliarden Herzschläge. Ich glaube die vier Milliarden Herzschlag-Grenze hat René spätestens am letzten Tag des Alpencross am Refugio Averau/Dolomiten auf 2.416 m in Italien erreicht…
Es war mein erster Alpencross. Mit meinem neuen Deuter Rucksack auf dem Rücken. Von Hotel zu Hütte zu Hütte zu Hütte zu Hotel zu Pension zu Hotel zu Hotel zu Hotel. Dabei waren der Koch Thorsten Sieblist, der Tourguide René Rademakers und Frank schmerzfrei Kuhlemann.

Sonntag, den 14.07.

Die Anreise war eine sehr kurzweilige Anfahrt nach Mittenwald, wirklich nett geplaudert auf dem Weg. Thorsten und mir fiel auf, dass die Anfahrt quasi wie im Fluge verging. Ankunft in Mittenwald. Im Hotel www.hotel-drachenburg.de - Thorsten und ich fanden die Zufahrtsstraße zum Hotel nicht – was für eine Sch… Wir fuhren einen sehr steilen Weg hinauf, dass ich dachte das Auto nach hinten um und liegt auf dem Dach. Wie sich später herausstellte war es lediglich der Fußgängerweg zum Lautersee. Der war nicht so deutlich beschildert, dass Thorsten und ich die Beschilderung hätten sehen können. Die ersten Lacher….                        
Nach dem ersten großen Hallo mit René und Frank schmerzfrei² wurden die Räder in das Fahrradhäuschen gestellt. Eine großzügige Unterkunft in den die Maschinen die letzte Nacht vor dem Alpencross ruhen durften. Ich hatte übrigens das schwerste MTB mit
gefühlten 30 kg. In Wirklichkeit waren es 14 kg. Nur das Rad wohlgemerkt. Für den Cross mussten noch 7 kg Rucksack, 1 kg Satteltasche und 84 kg Niels inkl. Klamotten bewegt werden. Entspricht einem
Systemgewicht von 106 kg!

Das muss man erst einmal in Schwung bringen, der Wille war da.
Wir 4 gingen in Mittenwald beim Italiener essen. Der Italiener war äußerst unfreundlich, das Essen mäßig aber die Stimmung war bestens. Wie sagte Thorsten zum Essen so schön? Alles drin – außer Geschmack. Er kann es beurteilen, er ist Chefkoch. Wir haben überlegt die Pizzabrötchen in den ca. 6 m entfernten
Wassertrog zu schmeißen. Wer mag schon Pizzabrötchen ohne Kräuterbutter? Wollten Wetten abschließen wer es schafft den Trog zu treffen. Die nächste Idee, der höhere
Wetteinsatz, war zuerst das kleine Mädchen zu treffen und dann den Trog usw. usw. usw.. Ein Indiz für eine ausgelassene Stimmung. Wir lachten viel. Der schlechtgelaunte Italiener hat uns die gute Stimmung nicht verdorben, obwohl er aussah als würde er uns am liebsten Betonfüße gießen und uns im Lautersee versinken. Nach dem Essen gingen wir noch eine Runde. In René´s Maßstäben gesprochen – nicht weit. Es war eine landschaftliche sehr schöne Runde um den Lautersee um das www.hotel-lautersee.de rum. Schön wars. Mich biss die erste Bremse! Wir waren eine Stunde unterwegs. René´s Standardsatz: „Es sind nur 20 Minuten.“
Es wurde viel gelacht – wir hatten viel Spaß. Wetter 25 – 27 Grad, sonnig. Gegen 18:30 Uhr die Autos auf den Mountainbiker Parkplatz am Schwarzenfeld unterhalb der Karwendelbahn abgestellt.

 

Tag 1 - Montag 15.07. Mittenwald – Karwendelhaus – Falkenhütte – Ahornboden – Engalm – Binsalm

Start 9:00 Uhr. Nach einem wirklich ausgiebigen Frühstück im Hotel Drachenburg bei Frau Mehringer starteten wir 4 zu unserem ersten gemeinsamen Alpencross. Als Thorsten und ich an unseren MTB ankamen waren Frank und René bereits startklar. Die beiden saßen zwar noch nicht auf dem Rad waren noch nicht eingeklickt aber kurz davor. Dieser Vorsprung der beiden sollte für die bevorstehenden 8 Tage auch so bleiben. Wenn Thorsten und Niels ankamen waren René und Frank schon da. Egal wo. Morgens beim Frühstück, morgens an den Rädern, am höchsten Punkt des bevorstehenden Anstieges, auf der Hütte, am Hotel, beim Abendessen – IMMER! Sie verbreiteten keine Hektik, nein. Sie nutzten die Zeit effektiver als wir.
Fahren & Schieben oder auch Bike & Hike rauf zum Karwendelhaus, kurzer Stopp.   

 

Anschl. weiter über den Hochalmsattel runter zum großen Ahornboden - wunderschöne Landschaft mit Jahrhunderten alten Eichen, Richtung Falkenhütte dort Nachmitttags ein kurzer Stopp. Die Auffahrt war grenzwertig für uns, außer für den verrückten Frank. Er fuhr lieber da er kein Bock hatte zu Laufen… Da oben war´s kühl, 12° C, und windig. Die Abfahrt in die Eng war super. Über Trails und Schotterwege. Am Ende auf Asphalt zur Rasthütte, sehr angenehm und vor allem sehr flach.
 Die letzten knapp 270 hm zur Binsalm waren eine übel, steile Rampe. Thorsten und ich waren hier mal wieder zu Fuß unterwegs, René fuhr bis kurz vor der Hütte und Frank, na klar der hatte wieder keine Lust zu laufen...schließlich ist er in der Vorbereitung zum Ötztaler Radmarathon. Wie sagt René: „Ja so ist das halt beim Alpencross.“
Übernachtung auf der www.binsalm.at in Österreich. Zimmer im Schlafstall (Neubau) ohne Frühstück 24€. Geschlafen im Neubau, wirklich schön und sehr gemütlich, keine vermoderte Hütte.
Wir haben bereits im April zwei schnuckelige Doppelzimmer gebucht. Konnten jetzt unsere Klamotten waschen und draußen auf der Wäscheleine, die wir ganz für uns hatten, aufhängen. Später landeten sie im Trockenraum. Damit wir am nächsten Tag gut riechend starten konnten.
Abends gab’s Schnitzel mit Kartoffelsalat.
Das Schnitzel war ziemlich groß, so groß, dass es über dreiviertel des Tellers hinaus ragte. Es war frisch zubereitet und wirklich gut. Wir hörten die Schläge des Flachklopfens aus der Küche als es zubereitet wurde. Zum Essen ein alkoholfreies Weizen und nach dem Essen, wie sagt Thorsten so schön, einen Schnapperl. Einen Obstler zum `Verteilen´. Ach ja, einen leckeren Germknödel als Nachtisch gab es auch noch... Der erste Tag war also geschafft. Nach ca. 60 Kilometern und über 1.900 Höhenmeter konnten wir gesättigt und zufrieden ins Bett gehen.

Abends haben wir uns die Bilder des Tages angesehen. Es sollte sich zu einem allabendlichen Ritual entwickeln, dass Thorsten und ich abends die Fotoapparate tauschten und uns die Erinnerungen des Tages angesehen haben.

60 km – 1.900 hm
Das Höhenprofil. (Abbildung folgt)

 

Tag 2 - Dienstag 16.07. Binsalm – Lamsenjochhütte – Stallenalm – Innerst - Weidener Hütte.

Start um viertel vor neun mit einem 2,5 km langen Schiebestück über groben Schotter, versteht sich. Hinauf zum westlichen Lamsenjoch auf 1.940 m. Nach dem Frühstück nicht besonders ideal, aber wie heißt´s? So ist das halt beim Alpencross. Dann weiter rüber zur Lamsenjochhütte größtenteils auch geschoben, die Sch....
Die Strecke dorthin war sehr ausgesetzt, nicht alles bin ich gefahren. Die Devise hieß ohnehin, defensiv fahren. Ein Sturz oder eine Verletzung in den Bergen führt zu unnötigen Komplikationen. Gegenüber im Fels sahen wir das erste und letzte Murmeltier während der gesamten Tour.

 

Nach dem Apfelstrudel mit Vanillesoße auf der Lamsenjochhütte wurde die Gabel auf unlocked gestellt, auf die vollen 140 mm Federweg geöffnet pffft, den Dämpfer auf und ab auf die die 12 km lange Abfahrt hinunter, wirklich cool. Schon mal was von Schwimmschotter gehört?
Ich auch nicht, an diesem Tag aber darauf runter gefahren. Sehr staubig, die Räder sahen anschl. aus, als hätten sie jahrelang auf dem Dachboden gestanden.

 

Vorbei an der Stallenalm dann weiter nach Schwaz um in den Anstieg hinauf zur Weidener Hütte zu gelangen. Das Tagesziel der heutigen Etappe. Frank & René waren vorn und außer Sichtweite als Thorsten & ich uns über den Asphaltanstieg von
Weerberg nach Innerst bei 38° C kämpften!
Mein Garmin hatte auch mit der Hitze zu kämpfen, wollte er mich und Thorsten schon in eine andere Richtung schicken. Zum Glück saßen Frank und René etwas weiter im Schatten und warteten auf uns. Wir sahen kurz in die Karte und stellten fest, daß wir doch auf dem richtigen Weg waren. Die letzten Meter zur Weidener Hütte hatte ich einen Platten, was aber auch egal war, gefahren wäre ich in diesem steilen Anstieg ohnehin nicht. Zwischendurch die Flaschen im Bach aufgefüllt und ZACK wieder eine Drecks Bremse die mich erwischt hat!

 

Wir kamen gegen 16:45 Uhr an der Hütte an, endlich. Wir waren ziemlich platt. Durchgeschwitzte Klamotten ausgezogen, trockene an, was getrunken und umgehend Essen bestellt und gegessen. Gegen 8 wurde dann Abendessen bestellt und nicht gegessen sondern verschlungen, die Mahlzeit von der Ankunft gegen 5 Uhr war bereits verdaut.

 

Die Tagesetappe wurde mit einem 11er-Schnitt absolviert. Auf der Hütte nächtigten wir in einem 4er-Lager. Wirklich muckelig… etwas größer wie eine Telefonzelle, dafür ein Klima wie in der Dampfsauna. Nachts musste ich kurz…, als ich wieder ins Zimmer kam hatte ich das Gefühl als käme ich in eine Sauna. Also: die Tür aufgelassen damit zumindest etwas Luft durch den `Pumakäfig´ zog…

35 km – 1.700 hm.
Das Höhenprofil. (Abbildung folgt)


Tag 3 - Mittwoch 17.07. KÖNIGSETAPPE. Weidener Hütte – Gaiseljoch – Zillertal - Ginzling – Schlegeisspeicher – Pfitscherjoch Haus

Morgens  um 8:30 Uhr gestartet. Ohne Aufwärmen. 5 km lang. Mit einer Schiebepassage versteht sich. 20 – 30% Steigung waren keine Seltenheit. Zumindest René, Thorsten und ich haben geschoben, Frank fuhr, wahrscheinlich nur 2-3 km/h aber er fuhr….
Erster Gipfel an diesem Tag das Gaiseljoch mit 2.292 m Höhe. Der Aufstieg, die Plackerei dort hoch, war sehr anstrengend. Aber die Aussicht war grandios, zwar diesig aber dennoch konnte man weit blicken. Ein wirklich erhabenes Gefühl.
Als wir oben ankamen fiel sofort ein Schild ins Auge auf dem Stand: Mountainbikeroute Schiebestrecke. Dies gilt für die gerade bewältigte Strecke. Wie wir jetzt wissen gilt das Schild für die Abfahrt wie auch für den Aufstieg.

 

Es ging weiter…in die 20 km laaaaange Abfahrt! Jetzt weiß ich weshalb ich ein Fully fahre! Kurz vor der Abfahrt vom Gaiseljoch mußte ich noch schnell meine Cleats von den Radschuhen nachziehen. Die hatten sich gelöst. Aber das war schnell gemacht und es ging weiter. Das letzte Stück der Abfahrt ging über eine neue Asphaltdecke. Nicht wirklich entspannt, der Straßenbelag sah nass aus und wir trauten uns kaum zu bremsen. Ich hatte stets das Gefühl ich packe die nächste Kurve kaum.  
Im Gasthof Karlsteg bei Familie Moser kehrten wir kurz zu einer Brotzeit ein www.karlsteg.at  Ich aß einen Salat und dazu die geklauten Brötchen vom Frühstück. Beim Frühstück standen Schilder mit der Aufschrift: Iß Dich fit aber bitte nimm nichts mit. Was für ein Quatsch. Thorsten und ich stopften uns jeden Morgen die Taschen mit 2-3 lecker geschmierten Brötchen voll.
Der Rest aß den gleichen Salat nur mit Hähnchenbrust. Rückblickend betrachtet hätte ich auch mehr essen sollen. Den Anstieg/ die Auffahrt zum Schlegeisspeicher war für mich die Hölle und somit der Tiefpunkt der ganzen Woche. Es waren 39°C. Ich konnte es kaum glauben und knipste die Temperaturanzeige des Garmin. Es ging bergauf, stellenweise steil bergauf. Ich hatte Kreise vor den Augen und meine Hände zitterten. Der Rest der Gruppe war außer Sichtweite. War mir in dem Moment auch scheißegal. Ich hatte die Schnauze gestrichen voll. Drecks Alpencross.
Ich habe geschoben, einen Fuß vor den anderen gesetzt, getrunken und getrunken, den Rest der beim Frühstück geklauten Brötchen gegessen. Wieder eine kurze Pause gemacht. Streckenweise war der Weg wirklich schön zu fahren, nur ging es nicht, ich war kraftlos und am Ende.
Ich traf wieder auf René und Thorsten, Frank war up and away, kurze Pause an einem Wassefall. Abkühlung, Erfrischung, Flaschen auffüllen.
Am Schlegeisspeicher kam ich gegen 14:15 Uhr an. Die anderen gefühlt eine Stunde früher.

Die restl. Auffahrt über Asphalt war für mich die Hölle.


Wir machten eine Pause in einem Café am Schlegeisspeicher. Nicht nur, dass ich total fertig war nein, die Antirutschnoppen meiner Radhose klebten so sehr an meinem Oberschenkel fest, dass ich 2 Blasen durch die scheiß Drecksdinger hatte! Fortan krempelte ich die Bündchen der Hose um, zwangsläufig…
Es ging weiter – ging ja nicht anders. Das zweite Ziel an diesem Tag war das Pfitscherjochhaus auf 2.288 m. Unser Weg dorthin führte vorbei am Schlegeisspeicher, 1.782 m, durchs Zillertal vorbei an der Dominikushuette
Der Singletrail hinauf zum Pfitscherjoch Haus wäre für eine denkwürdige Abfahrt traumhaft gewesen. Wir haben ihn rauf bewältigt. Schiebender Weise. 5 km und 500 hm. Aber landschaftlich traumhaft. Durch ein Tal welches anfänglich mit vielen kleinen Flüssen durchzogen gewesen ist, etwas weiter entfernt ein Wasserfall. An den Flüssen saß eine Familie und entspannte. Frank entspannte auch. Er saß am Flussufer und hielt die Füße ins Wasser. Was sollte er auch anderes machen wenn er regelmäßig eine (gefühlte) Stunde vor dem Rest da ist?
Es ging weiter - die Flüsse wichen mehr und mehr von unserem Weg ab. Es wurde kühler, ich streifte die Windweste über. Geschoben wurde immer noch….

 

 

Um kurz nach 5 überquerten mein Leidensgenosse, Zimmerkamerad und Bruder im Geiste, Thorsten, Ich habe nicht geschwitzt ich brauche nicht duschen Sieblist und ich die `Grenze´ Österreich/Italien. Geschafft! Der Alpenhauptkamm war passiert. Es war nicht mehr weit zum Tagesziel, das Pfitscherjoch Haus.

 

Wenn ich Thorsten abends fragte ob er nun duschen geht, sagte er regelmäßig: „Ich habe nicht geschwitzt. Ich brauche nicht duschen.“ Ein running Gag.


49 km – 2.000 hm

 

Tag 4 - Donnerstag 18.07. Pfitscherjoch Haus – Sterzing - Mühlbach. Start Pfitscherjoch Haus.

Für heute stand die Überquerung des Pfunderer Jochs, 2.500 m, auf dem Plan. Auf Grund der schlechten Wetteraussichten wurde vom Plan abgewichen. Ein Gewitter in den Bergen ist gefährlich und für keinen lustig. Der Hüttenwirt vom Pfitscherjoch Haus riet uns von der Überquerung ab. Das war uns, Thorsten & mir, sehr recht, steckten uns die div. Schiebepassagen der Vortage und die Höhenmeter doch gut in den Knochen. Da der/die langsamsten in der Gruppe das Tempo vorgeben wurde entschieden diese Etappe zu unseren Gunsten zu kürzen. Das Wetter war zu unbeständig und es wurde für den frühen Nachmittag Gewitter voraus gesagt. Wer das Pfundererjoch kennt, weiß das dieser Anstieg unbarmherzig steil ist. 1.200 Höhenmeter auf zehn Kilometer. Wer absteigt kommt nicht mehr auf´s Rad...
Start gegen halb 9 mit einer Abfahrt die 20 km lang und 800 hm abwärts ins tiefer gelegene Fussendrass ging, begann der Tag recht entspannt. Es waren 14-15° C, wir rollten bergab, die Abfahrt war technisch nicht sonderlich spektakulär auf normalem Schotterweg nur fuhren wir in die Wolken hinein.
Ich dachte man würde nichts sehen `in der Wolke´ und quasi blind fahren. Dem ist aber nicht so, die Sicht war OK trotz der Durchfahrt `in der Wolke´, ein tolles Erlebnis.

 

 

René war etwas gefrustet, dass er erneut auf Grund des Wetters nicht über das Pfunderer Joch kam, versuchte er es bereits 2004 vergeblich. Damals fiel das Vorhaben den Schneemassen vom Winter zum Opfer. Die Überquerung wäre erneut knüppelharte Arbeit gewesen. Ein verblockter und sehr steiler Weg der nur schiebend hätte bewältigt werden können. Erneut 1.200 hm nur schiebend – nein danke!
Es wurde entschieden einen Abstecher nach Sterzing zu machen. Ein traumhaftes Örtchen mit einer sehr schönen Altstadt.
Über den Eisacktal Radweg über Asphalt vorbei an der Sachsenklemme (kein Swingerclub sondern Gasthaus-Brauerei/Restaurant/Pizzeria) nach Mühlbach locker direkt ins Hotel Leitner gerollt. Ein wirklich tolles, tolles Hotel.
Auch als Urlaubsziel um von dort aus div. Touren zu fahren eine Empfehlung.
Die Hotelwirtin redet zwar dauernd, ungefragt, auch wenn niemand in der Nähe ist, aber äußerst liebenswürdig die Gute. Ihr Mann hat sehr gute Kenntnis von der Umgebung und abends nach dem ausgiebigen Essen bei einem Schnapperl konnten wir, bzw. René, mit ihm fachsimpeln.
Auf Grund der positiven Wetterprognosen und der Aussicht auf trockenes Wetter kam René auf die Idee einige Dinge, die nicht mehr benötigt werden, im Paket nach Hause zu senden, darunter auch die wärmenden Klamotten und Regenhosen. Somit wurde ein Westpäckchen gepackt und zu Thorsten nach Hause geschickt. 42 € und eine halbe Std. Spaß, da wir einem italienischen Postbeamten bei der, für ihn, stressigen Arbeit zu sehen durften. Einfach genial und lustig... Zwar waren unsere Rucksäcke nun leichter aber schneller wurden wir dadurch auch nicht.


63 km – 320 hm


Tag 5 - Freitag 19.07. Mühlbach - St. Magdalena im Vilnösstal.

Auf Grund der schwindenden Kraft und Motivation bei Thorsten & mir weitere Höhenmeter zu kurbeln, bzw. zu schieben, wurde die heutige Etappe geringfügig geändert. Die Ersparnis von knapp 1.000 Höhenmeter ließ aus der, im Ursprung geplanten, KÖNIGSETAPPE eine normale Alpencrossetappe werden. Vielen Dank an den Tourguide, dass er seinen Worten Taten  folgen ließ: der oder die langsamsten bestimmen die Tagesetappe. Wir fuhren flach auf Asphalt nach Brixen.
Es galt fast 1.300 hm Richtung Würzjoch zu bewältigen. Wohlgemerkt nur Richtung Würzjoch, nicht auf´s Würzjoch Frank! Kurz hinter der Abzweigung zum Würzjoch mussten wir ca. eine dreiviertel Std. auf Frank warten da er immer noch bergauf fuhr. Früher oder später hat auch er es in seinem Auffahrtswahn gemerkt, dass von uns dreien keiner mehr folgte. Nach dem Zusammentreffen ging es entspannt 500 hm bergab auf einem typischen Dolomitenweg.
Wir kamen in St. Magdalena an. Dankend nahm ich heute den Vorschlag von René an in St. Magdalena zu übernachten und nicht wie geplant auf der Schlüter Hütte. Erwarteten uns doch am bevorstehenden Samstag 1.600 Höhenmeter.
Genächtigt wurde in der Pension Sonia. Es war eine große Freude dort zu übernachten. Wäscheservice für alle unsere Klamotten 5€, der private Gartenschlauch zum Räder waschen kostenlos, das Gefühl freundlich und herzlich empfangen worden zu sein unbezahlbar.
Die heutige Etappe war nicht anspruchsvoll, wie schon geschrieben war sie anders, anstrengender, geplant. Nur blieb René dem Motto treu, der langsamste gibt das Tempo vor. In dem Fall, Thorsten & ich. Nicht dass wir am Ende waren, nur unsere Vorstellung der Intensität war eine andere. Nicht, dass mir die Power gefehlt hat, nur habe ich nicht eingesehen über 8 Tage hinweg einen Durchschnittspuls von 170 Schlägen/Minute an den Tag zu legen.
Wo gehen wir essen in St. Magdalena? Gute Frage. Kennt sich jemand aus? Nö. René & Frank gingen zu Fuß auf die Suche nach einer Pizzeria. Am Ortseingang stand ein Hinweisschild, also musste die Pizzeria auch irgendwo sein. Somit gingen wir 4 auf die Suche. René & Frank in ihrem gewohnt effektiv, zügigen Tempo, Thorsten & ich trotteten hinterher. Da wir uns bereits am Fuße der Dolomiten befanden mussten einige Höhenmeter bei dieser Seuche ähh Suche zu Fuß in Kauf genommen werden. Eigentlich. Nachdem die 2 Spezialisten wie gewohnt außer Sichtweite waren, haben Thorsten & ich beschlossen umzukehren und uns am Feuerwehrfest mit Livemusik, welches an diesem Abend in St. Magdalena stattgefunden hat, satt zu essen. So der Plan. Am Feuerwehrfest angelangt, unweit von der Pension entfernt, fing es an zu regnen. Nein, zu schütten. Nein der Weltuntergang ging los!
Das Feuerwehrfest war für ca. 650 Leute ausgerichtet. Entsprechend war aufgebaut, Essen & Getränke vorbereitet. Wirklich vor Ort waren vielleicht 20 Leute. Schade. Wenn man hingegen unsere popligen Feuerwehrfeste sieht, wo die Löschwagen aus der Garage gerollt werden, ein Schwenkgrill aufgebaut wird und Wertmarken verkauft werden. Nicht so in St. Magdalena auf 1.337 m das letzte Dorf im Villnösser Tal (Südtirol). Gleich unter der Geisler Gruppe. Eigens aufgebaute Holzhütten mit Kücheneinrichtung zum richtig satt werden, inkl. vernünftiger Zapfanlage und eine Menge Bierzeltgarnituren. Sehr beeindruckend für so ein Minidorf mit 370 Einwohnern. Auf Grund des Unwetters und der Kälte, 12° Grad, haben Thorsten und ich beschlossen 2 halbe Hähnchen mit Pommes mit aufs Zimmer zu nehmen. Haben wir auch gemacht. Wir kamen bis auf die Knochen durchnässt an der Pension an. Gingen aufs Zimmer, rückten den Minitisch in die Mitte des Zimmers, setzten uns gegenüber, breiteten unser Festmahl aus und fingen an zu essen. Die Hähnchen waren wirklich ein Traum, traumhaft mit Kräutern gewürzt, zartes Fleisch und solch eine knusprige Haut habe ich selten gegessen.
René & Frank? Hm, keine Ahnung. Später am Abend schrieb René eine SMS, alles OK, bis morgen…..
42 km – 1.400 hm


Tag 6 - Samstag 20.07.St. Magdalena – Schlüterhütte - St. Vigil in Ennepeberg. 

Aufstehen, mit Sonnencreme einschmieren, Blasenpflaster erneuern und anschl. René fragen ob er weitere Durchfalltabletten für den Tag benötigt – das all morgendliche Programm eben. So ist das halt beim Alpencross.
Start ab Pension Sonia** halb 10. Erstes Etappenziel die Schlueterhuette auf 2.306 hm. Vorbei an der Gampenalm auf 2.062 m, erreichten wir diese nach einem 11 km/1.100 hm  langen Anstieg. Natürlich wurde auch mal wieder geschoben, aber wie heißt´s so schön? So ist das halt beim Alpencross.
Nach einer ausgiebigen Pause auf der Schlüterhütte wo ursprünglich die Übernachtung geplant gewesen ist, machten wir uns wieder auf die Socken nach oben. Wir kraxelten über einen Klettersteig zum Bronsoijoch und mussten die Räder stellenweise tragen um weiter zu kommen. Nicht lustig, rückblickend aber spektakulär. Oben angelangt wurden wir mit einem
traumhaften Ausblick auf die Dolomiten/das Kreuzjoch belohnt. Wir waren übrigens die einzigen MTBiker dort oben. Alle anderen hatten keine Eier in der Hose um sich hier rauf zu trauen. Anders ausgedrückt wir waren so blöd und quälten uns rauf.

 

 

Die ersten hm wieder hinunter waren sehr verblockt und nicht fahrbar. Erst ab der Medalges Alm war der Weg wieder fahrbar. Es folgte die 8 km lange Abfahrt, sehr schön fahrbar, quasi alles im flow. Nach einem 4 km langen Anstieg waren erneut weitere 250 hm bewältigt. 20 km weiter und 700 hm bergab später kamen wir in St. Vigil in Ennepeberg an. Die Übernachtung im Hotel bei `Maurizio´ war zwar später im Verlauf der Tour geplant aber dennoch war ich froh, als wir gegen 16:00 Uhr dort eintrafen. Ich war an diesem Tag am Ende. Die Hitze und die schwindenden Kräfte haben mir zugesetzt.
Auf Grund der Tatsache, dass René bereits des Öfteren bei Maurizio übernachtet hat und die beiden sich sehr gut verstehen haben wir 4 eine Sonderbehandlung erfahren dürfen. Im Hand um drehen waren die Räder anstelle im Skikeller, wo alles Mögliche stand, bei Maurizio in der Privatgarage verstaut, unsere verschwitzten Klamotten eingesammelt, in der Waschmaschine verschwunden und wir wurden quasi von der italienischen Mentalität in den Whirlpool im Wellness Bereich des Hauses gezwungen. Traumhaft, nach der Dusche direkt – ZACK in den Eierkocher äh Whirlpool. Für Thorsten & mich hätte an diesem Abend der AX enden können, es wäre ein würdiger Abschluss gewesen!

 

 

Nach einer entspannten Runde zu Fuß durch den Ort, einem Südtirol-Trikotkauf für 62€ für unseren Downhill König Thorsten und dem folgenden Abendessen wurde erneut über den weiteren Verlauf der Tour diskutiert. Thorsten & ich schlugen vor flach bis in den Zielort zu fahren während René & Frank sich noch weitere Höhenmeter hätten reinziehen können. Dieser Vorschlag kam nicht zum Tragen und somit sollten wir 4 am nächsten Tag Richtung Cortina D'Ampezzo fahren.
46 km – 1.600 hm


Tag 7 - Sonntag 21.07. St. Vigil, Pederü, Lavarella Hütte, Fanes Hütte, Cortina.

Gegen neun/halb zehn starteten wir zu unserem ersten Etappenziel durch  den Naturpark Fanes Senes Prags zum Berggasthaus Pederü. Alles locker auf Asphalt somit blieb uns die Möglichkeit die traumhafte Gegend in vollen Zügen zu genießen.

 

Eine kurze Verschnaufpause am Berggasthaus und dann ging’s in den Aufstieg zur Lavarella Hütte und zur benachbarten Fanes Hütte (8 km, 660 hm). Teilweise wieder nur schiebend zu bewältigen, die Sonne brannte volles Pfund vom Himmel und der Schweiß lief…. Die Gegend? Traumhafte Eindrücke durch die schroffen Felsen. Murmeltiere? Kein einziges mehr gesehen. Die Sch….
Frank? Ja, er war auch noch dabei, wobei wir ihn entweder von hinten kurbelnd gesehen haben oder bereits auf uns wartend auf der Bank oder dem Fels sitzend als wäre nichts gewesen.

 

Wir stürzten uns in die Abfahrt, nach 7 km, ca. 700 hm und etwas Fading bei Franks hinterer Bremse, zeigte uns René DEN Hot Spot für MEGA Fotos. Ein Wasserfall inmitten eines Klettersteiges, Via Ferrata Giovanni Barbara. Traumhaft schön im Fels gelegen. Die paar Meter dorthin mit dem MTB und dem vollgepackten Rucksack auf dem Rücken durch den Fels waren schon tricky, anschl. steht man hinter einem Wasserfall und genießt die Aussicht. René ließ sich als erstes knipsen. Ich sagte noch: „Ich würde da nicht mit dem MTB hingehen.“ René ging mit dem MTB hin, ließ sich knipsen und rutschte aus.

Er rutschte 2 x weg, konnte sich aber glücklicherweise wieder fangen.


Ein Moment in dem mir und wohl auch dem Rest der Gruppe das Herz in die Hose rutschte. Ich sah ihn schon in den Abgrund stürzen…… Glücklicherweise passierte nichts und wir konnten unsere Tour weiter abwärts fortsetzen.

 

4 km und ca. 200 hm später, nach einer genialen Schotterabfahrt, pausierten wir an einem glasklaren Bergflüsschen. Trikot ausgezogen und einige Minuten in die Sonne gelegt. Schuhe angelassen und gemeinsam mit René für Fotozwecke in den Fluss gestiegen. Lustig war´s.
Wir fuhren weiter ca. 6 km durch Wald und Wiesen über traumhafte Pfade, auf und ab, rechts und links über Wurzelpfade und steinige Trailpassagen, leicht bergauf leicht bergab. Es fing an zu regnen, die Sch…., wir streiften die Regenhauben über die Rucksäcke und einige von uns zogen die Regenjacken an. Es regnete nicht viel, aber stetig.
Wir trafen in Cortina ein, kurbelten hoch in den Nachbarort wo unser Hotel lag. 5 km, 300 hm die restlichen Höhenmeter für diesen Tag. Im Anstieg war auf Grund des Regens ein wunderschöner Regenbogen über Cortina sichtbar, ich hielt an und machte einige Fotos. Ich packte die Kamera wieder weg, wer stand neben mir? Frank. Ich fragte: „Was machst Du hier?“ Er sagte: „Dich suchen.“ Danach setzte er sich auf sein Rad und war weg, er wusste ja nun wo ich war……  
Weiter stetig bergauf auf Asphalt gekurbelt Kurve um Kurve kam ich dann auch im Hotel Meublé Piccolo Pocol in Cortina D'Ampezzo an. Ich hatte die Schnauze voll. Schuhe völlig durchnässt von dem Fotoshooting im Fluss mit René, die Klamotten nass geschwitzt von der Drecksregenjacke die nicht wirklich atmungsaktiv ist und mit der Kraft am Ende. Na ja einigermaßen zumindest, der Puls ging die Woche immer schnell runter, dank der Grundlage die ich mir im Winter mühsam antrainiert habe. Nur die Intensität, das Systemgewicht, bergauf, bergab, die Hitze und jeden Tag wieder auf´s Neue raus in den Berg war schon sehr kräftezehrend.
Mit das erste was ich Miss Marple im Hotel fragte war was ein Taxi nach Alleghe (38 km) kosten würde.  100€. Ich entschied mich, die letzte Etappe mit dem MTB zu fahren, nicht mit dem Taxi. Ich bin froh, dass ich es durchgezogen habe.
Miss Marple? Die gute Dame des Hauses sah wirklich so aus.

42 km – 1.400 hm.

 

Tag 8 - Montag 22.07. Pocol, Cinque Torri, Rifugio Averau, Alleghe.

Der letzte Tag stand an. Einerseits leider, andererseits endlich. Leider da es landschaftlich ein einmaliges Erlebnis gewesen ist, die vielen unbeschreiblichen Eindrücke, die massiven Felsen, traumhaft.
Endlich, da die langen Bergauf Passagen, insbesondere die Schiebepassagen endlich ein Ende hatten.
Kurz nach dem Aufstehen mitten im All morgendlichen Programm fragte Thorsten: „ Kennst Du das Lied

 Ich bin so heiß wie ein Vulkan


Der erste Lacher. An Lachern mangelte es Thorsten und mir nicht. Morgens oder abends – gelacht haben wir 2 immer viel. Keine Ahnung weshalb er auf den `Vulkan´ gekommen ist, wahrscheinlich war er durch die schwindenden Kräfte kurz vorm Überschnappen.
Nach dem reichhaltigen Frühstück in dem sehr beengten Frühstücksraum bei Miss Marple machten wir uns auf den Weg zur letzten Etappe. Unser heutiges Tagesziel war gleichzeitig das Ziel des Alpencross – Alleghe. Los gings, halb neun war Abfahrt. Erst einmal über etwas Asphalt, raus aus Pocol bis zum Einstieg ins Regole D`Ampezzo / Cinque Torri – Rifugio Averau – Gebiet. Siehe da, auch hier ging´s weiter auf Asphalt. Die Sch… – mal wieder schieben. Steil? Ja, es war steil & heiß.
Um halb zehn kamen wir am Refugio Cinque Torri an, zumindest René, Thorsten & ich. Frank war gefühlt schon um neun da. Er saß da wie bestellt und nicht abgeholt, als wäre nichts gewesen, als wären in dem Anstieg der durchschnittl. 11-12% aufwies, keine steilen Rampen mit über 25% und als wäre es nicht 38°C heiß gewesen. Das alles hat Frank nicht interessiert…
Die Aussicht war der Hammer, man steht vor der Hütte auf 2.137 m und direkt dahinter dieser riesige, massive Felsbrocken. Er sieht aus als hätte ihn jemand dekorativ dorthin gestellt. Nichts Drumherum, so gerade Felswände, wie abgeschnitten. Man sieht eine Weile hin und entdeckt, daß sich etwas darin bewegt – Kletterer. Unglaublich! Diese glatten Wände und sie klettern dort hoch. Den Blick weiter nach links geschwenkt entdeckt man eine Hütte auf einem Fels. Die so weit weg steht, dass der Eindruck gewonnen wird, sollte man sich mit dem Gedanken tragen dorthin zu kommen, müsste eine Woche Urlaub eingeplant werden. Es ist das Rifugio Nuvolau auf  2.575 m. „Da müssen wir hin“, sagte Frank. Thorsten und ich sahen uns an – was für eine Freude! Die Sch…… schon wieder schieben. René sagte seinen Standardsatz: „ Ja, so ist das halt beim Alpencross.“

 

In Italien heißen die Gebirgspässe/die Anstiege Col de… Heute am letzten Tag kurz vor dem Einstieg ins Regole D`Ampezzo machten wir uns an den letzten  Aufstieg und nannten ihn Col de Rest. Nicht, dass er uns den Rest gegeben hat nur war es der Rest von insgesamt 11.500 Höhenmetern in den letzten 8 Tagen. Also machten wir uns schiebend weiter auf den Weg Richtung letztem Gipfel des Alpencross 2013.
Als Thorsten & ich an der Hütte ankamen waren René & Frank schon da. Wir gratulierten uns und freuten uns, dass wir es alle miteinander geschafft haben – ein tolles Gefühl. Als ich mich umsah, fiel auf, dass wir nicht am Rifugio Nuvolau auf 2.575 m waren sondern am Rifugio Averau 2.416 m.
Es war nicht geplant auf die Hütte Nuvolau hoch – wie schön

Des weiteren fiel ein Sessellift auf. Thorsten & ich sahen uns an. Die Sch…. Ein Sessellift? Hat uns keiner gesagt! Als wir um halb zehn in den Anstieg zur Cinque Torri Hütte abgebogen sind hätten wir lediglich 3 km weiter auf Asphalt rollen müssen um zu diesem Sesselift zu gelangen der direkt zum Rifugio Averau führt. Diese Tatsache verschwieg René, unser Tourenguide,  natürlich. Hätten mein Leidensgenosse, Bruder im Geiste und ich gewusst, dass es einen Lift gegeben hätte, wir hätten in sicherlich genommen…. Die Sch….
Die http://www.dolomiti.org/ger/cortina/laga5torri/ospitalita/Averau/index.html war klasse. Ein Ausblick – traumhaft. Ein direkter Blick auf die Marmolata (italienisch: Marmolada, der Name soll von der Ähnlichkeit des Felsens mit Marmor herrühren) ist mit 3.343 m der höchste Berg der Dolomiten mit Schnee bedeckt.  Nach einer ausgiebigen Pause inkl. Ansichtskartenversand und Souvenirkauf machten wir uns auf den Weg hinunter. Es erwartete uns eine 26 km lange Abfahrt bis in unseren Zielort Alleghe, es wurden 1.500 hm vernichtet.
Wir fuhren auf div. Streckenabschnitten der Craft BIKE Transalp bergab. So gut es ging, teilweise war der Weg sehr schmal auf der linken Seite ging es steil runter, auf der rechten Seite steil rauf. Wenn ich mir vorstelle auf diesen Passagen mit fast 1.000 Teilnehmern unterwegs zu sein….nein danke. Zwischenzeitlich war der Trail sehr verblockt und es musste geschoben werden.

 

Die Singletrail Abfahrt Strada della Vena, längst ein Mountainbike Klassiker, wartete auf uns. Die Aussicht war grandios. Unzählige Male hielten wir zu Fotozwecken an, um Bilder zu schießen um uns in der Abfahrt zu knipsen. Von allen Seiten um vor der grandiosen Kulisse Eindrücke zu bekommen wie winzig man im Grunde ist. In der Abfahrt Strada de Lavena hatte unser Downhill König Thorsten einen Platten. Neben meinem Platten am Dienstag lediglich der zweite techn. Defekt, ansonsten hielt das Material. Thorsten lief in jeder Abfahrt zur Höchstform auf, dank seines Fullys gab es für ihn bergab nur eins – Kette rechts! Unten angekommen sahen die Räder aus wie aus dem Moor gezogen – cool!
Wir hatten, bis auf einige Tropfen Regen am Vortag, solch ein riesen Glück mit dem Wetter – unglaublich. Das Wetter konnten wir in Alleghe noch ausgiebig genießen. Nachdem wir im dritten Anlauf bei der Hotelsuche endlich zwei Doppelzimmer im Hotel Valgranda*** bekommen haben machten wir uns frisch und gingen etwas durch den Ort, haben ein viel zu kleines und überteuertes Spaghetti Eis gegessen und ließen den Tag ausklingen.
Abends in der Pizzeria, die auch gleichzeitig eine Eisdiele ist, bestellten wir unser Abendessen. Jeder eine Pizza, René noch einen Salat dazu. Wirklich gut die Pizza, schön dünn und sehr lecker. Leider zu wenig für uns wie wir feststellten, wir bestellten weitere 2 Pizzen.
Wir trafen die 3 MTBiker wieder die wir an den Tagen zuvor des Öfteren auf unserer Route gesehen haben. Franz und seine Kumpels. Alle deutlich über 60. Wir fachsimpelten über den Alpencross, haben die Herren doch schon den zehnten Alpencross unter die Reifen genommen – cool.
Die Liedpassage `Ich bin so heiß wie ein Vulkan´ ist übrigens eine Passage aus `Tanze Samba mit mir´ von Rex Gildo. Ich habe das Lied noch am gleichen Abend bei iTunes geladen.

35 km – 1.000 hm zusätzlich die 1.500 hm
nur Abwärts

 

Tag 9 - Dienstag 23.07.

Früh aufstehen, das allerletzte Mal den Rucksack packen 7:00 Uhr, das im Vorfeld reservierte Bike Shuttle holte uns ab und brachte uns in 3 Stunden zurück nach Mittenwald.  René & Frank blieben noch einige Tage in Mittenwald und machten Urlaub. Thorsten & ich machten uns, nach einem kurzen Frühstück in Mittenwald, auf den Heimweg. Es war eine erlebnisreiche Zeit und eine große Erfahrung. Gemeinsam bewältigten wir 372 km Strecke und knapp 11.500 hm in 8 Tagen – Über 2.000 Bilder wurden geknipst und gefühlt 23.597 l Schweiß verloren,


so ist das halt beim Alpencross….

Wem Niels' Schilderungen Appetit gemacht haben, der kann nähere Informationen zur Strecke hier finden.
Die Möglichkeit für einen persönlichen Austausch bietet sich auch bei einem gemeinsamen Training. Zwinkernd

Wem den Bericht lieber Offline lesen möchte. dem steht hier die PDF-Version zum Download zur Verfügung.